Milchreines Glück

Das Heilige und die Kuh

Noch heute gibt es die heiligen Kühe in Indien. Aus Kuhdung werden kleine Figürchen geformt, die gerne als Amulette und Glücksbringer gekauft werden.

Bei den Anthroposophen gilt das Horn als Verbindung zum Göttlichen. Mit Kuhdung gefüllt und über den Zeitraum aller Mondphasen vergraben entsteht eine homöopathische Düngeessenz. Die Kühe in den Freilaufställen haben meist keine Hörner mehr, um die Verletzungsgefahr für Tier und Mensch zu verringern. Sie werden den Kälbern ausgebrannt.

Ich habe für jede Kuh im Stall ein Horn aus Ton angefertigt und mit Namen und Nummer versehen. Sie stehen unten und weisen auf die Dungvitrine, die einen Fladen und drei Hörner enthält. Keine Hörner und keine Kuhfladen mehr im Kuhstall. Ein hilfloser Altar?

Die Verbindung zum Strahlenkranz hat mit einem alten Naseneisen einen gedanklichen Nebenweg eröffnet. Der mit Stier- und Sonnenkult verbundene Mithrasglaube wurde verboten, als das Christentum zur Staatsreligion aufstieg. Die Ähnlichkeit mit einer Dornenkrone, die Ambivalenz von Strahlen und Spießen... Diese Geräte werden Kühen verpasst, die bei anderen Kühen trinken. "milchreines Glück" ist für die Menschen