Mit Tieren ist es so, dass sie gute Laune verbreiten. Jedenfalls bei denjenigen, die nur streicheln und zuschauen. Therapiehunde stehen als Allheilmittel in Berichten über Altersheime und Zappelschüler. Mein Hund könnte ein wunderbarer Therapiehund sein. Er ist immer gut gelaunt und springt freudig umher. Alle Spaziergänger, zum Einkauf eilende und bummelnde, Raucher und Schnapstrinker, Rentner und Kinder begeistern sich, wenn ich meine Hunderunde drehe. Was sie nicht wissen: Regelmäßig gifte ich den Köter an, damit er bei Fuß geht, keine Scheiße frisst, keine Hasen jagt, nicht so trödelt oder nicht so rennt. Jede Runde ein Grund zum Aufregen. Jeder Grund ein Abgrund.

Den Hund habe ich bekommen, damit mein Gemüt sich entspannt und mein Herz gestärkt wird durch regelmäßige Bewegung in der frischen Luft.

gesamt, von zusammen, sammeln, versammeln Gesamtheit. Stammt von dem Adjektiv gesamt. Ist erst seit dem 18. Jahrhundert gebräuchlich.

  • Die gesamte Meute umkreist den Brei. 
  • Die Gesamtheit der Zahlen zählt auf das Ende zu. 
  • Alle Freuden müssen geschaffen werden. 
  • Alle Freuden müssen genossen werden.

Mit der Kunst muss man sich am Start und am Ziel zugleich befinden. Hase und Igel, immer.

Der Igel zum Beispiel: Stachlig und voller Flöhe, aber possierlich und beliebt im Verniedlichungssektor. Dazu gefährdet im Straßenverkehr. Letztes Jahr ist eine junge Frau überfahren worden, weil sie einen Igel von der Straße retten wollte. Kaum hatte ich die Nachricht in der Zeitung gelesen, macht B. dasselbe auf einem Abendspaziergang, vor einer Kurve. Ein Sprung an den Wegrand hat sie als Handelnde und mich als Zuschauende in letzter Minute vor dem Wiederholungsmuster bewahrt. Den Igel auch.

Vor dem Handeln kommt die Haltung. Die Haltung muss durch das Handeln bestätigt werden.

Und der Hase? Lütt Matten de Haas? Tote Ikone mit Hutträger und Honig, Ostersymbol aus Schokolade und aus Spiegeln geschnitten von Lars Ravn in Großsolt. In Kirche, mit Witz. Nun bald, ich habe es gestern erfahren, in Bäumen: Reflexionsdekoration. Da hat sich die Kunst dann selbst überholt.

Die Kaninchen aus Spiegelglas werden neben Vögeln sitzen. Raben können ihr Gefieder pflegen. Sie werden nach ihrem abendlichen Wolkenspiel gar nicht mehr zur Ruhe kommen. Das Gezänk wird zunehmen: Wer ist der Schönste hier? Und der Hase ist Schuld.

  • Raben sind viele im Abenddämmer 
  • hebst du den Kopf, verfolgst ihre Runden 
  • am Himmel bis sie westwärts zum Schloss verschwinden 
  • Eine große Wolke, erinnerungsschwer

Hans Huckebein. Da ist doch dieses Buch in meinem Regal. Mit Zeichnungen von Wilhelm Busch und einer Widmung mit grüner (?) Tinte geschrieben: „Lieber H. möge es gelingen, dir für einige Stündchen mal das Vergangene vergangen sein zu lassen.

P. u. K. W. 1925“

Der Titel ist Hernach. Den Titel ziert ein Totenschädel auf einem Buch und ganz oben drauf hockt ein Rabe.

Wilhelm Busch zum kleine Kinder erschrecken und bösartig. Das Landleben stumpf und brutal. Die Witze gemein, schadenfroh in erster Linie. 

Mitten drin ein toter Hase mit buntstiftrotem Blut erschossen. 

  • Die vorletzte Geschichte linke Seite: „Vom unverschämten Igel I“ 
  • Rechte Seite: „Vom unverschämten Igel II“
  • Der Igel stachelt den Hasen aus dem Bau. 
  • Der Fuchs verspeist den Igel anstelle des Hasen 
  • Der Hase köttelt in den Igelbalg und kehrt zurück in seinen Bau.

Auf der letzten Seite sieht man es dann deutlich: 

Der grinsende Rabe scheißt dem Schädel auf das Dach. 

„Möge es gelingen…“ 

Prüfungen, gute Vorsätze, Pläne.

Ich sollte ein Fest planen. Eine schöne Rede zum Beginn. Wie Wein in die Ohren geträufelt. Alle werden angefüllt mit etwas, dass sie zum Schweben bringt. Ich sehe sie wie kleine Ballons unter der Decke treiben. Und dann beim Aufräumen findet man immer eine Nadel zum Luftrauslassen. 

Schattenkörper.

„Jeder Schattenkörper erfüllt die ihn umgebende Luft mit zahllosen Bildern von sich“ 

„Wem das immer noch nicht reicht…dem sei gesagt, dass die Inszenierung (wieder einmal) Kunstgenuss bietet, der mit genau dosierter Information in eleganten Räumen geboten wird.“

  • Oh warte!
  • Kunstwarte ganz oben!

Zur Kunst gehört die Form unzweifelhaft dazu. Auch die Umgangsform. Die schöne Form der Begegnung, wir sind uns einig, zeichnet uns aus.

  • Ein Schelm, wer sich verbeugt und schleckt am Honig fremder Bienen.
  • Ein Trottel, wenn er glaubt hernach die Biene selbst zu sein.